UMWELTBELASTUNG

Die schlechte Luft hat Auswirkung auf unsere Gesundheit.

Fazit: Unsere Luft ist vor allem deshalb so schlecht, weil Verkehr, Industrie und Landwirtschaft diverse Schadstoffe an die Luft abgeben, allen voran Feinstaub und Stickstoffdioxid. Insbesondere die Stickstoffdioxidbelastung muss deutlich verringert werden, damit die Luft in den Städten besser wird.

Entwicklung der Luftqualität in Deutschland

Die Luftqualität unterliegt derzeit mehr oder weniger starken zwischenjährlichen Schwankungen. Die mittlere Immissionsbelastung in Deutschland weist sowohl bei Feinstaub (PM10) als auch bei NO2 eine ausgeprägte Abnahme von den Ballungsräumen zum Land auf. Die höchsten Belastungen treten in der Nähe ihres Entstehungsortes, in Ballungsräumen und an stark verkehrsbelasteten Orten auf. Anders bei Ozon: Die höchsten Belastungen entstehen durch chemische Reaktionen der Vorläuferstoffe des Ozons, den Stickstoffoxiden und flüchtigen Kohlenwasserstoffen bis auf Ausnahmen außerhalb der Ballungsräume in einiger Entfernung von den Quellen.

Auf der Grundlage von vorläufigen, noch nicht abschließend geprüften Daten aus den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes, stellt das UBA zu Beginn eines neuen Jahres eine erste Auswertung der Luftbelastungssituation im gerade vergangenen Jahr vor. Beurteilt wird die Belastungssituation durch die Schadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon, die nach wie vor Überschreitungen der geltenden Grenz- und Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit aufweisen. Neben der Belastungssituation im Beurteilungsjahr wird in der Auswertung auch ein Vergleich zu den Vorjahren gezogen.

Kombination von Messung und Modellrechnung

Für die flächenhafte Darstellung der Luftschadstoffsituation stehen kontinuierliche Messdaten von rund 400 Stationen aus den Messnetzen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes zur Verfügung. Die gewonnenen Daten repräsentieren die Luftqualität in der Umgebung des Messstandortes. Zur Ermittlung der flächenhaften Verteilung der Luftschadstoffe werden Interpolationsverfahren verwendet.

Die im interaktiven Kartendienst des Umweltbundesamtes zur Luftschadstoffbelastung abrufbaren Karten werden mittels Optimaler Interpolation erstellt. Die Methode der Optimalen Interpolation verknüpft stündliche Mess- und Modellergebnisse. Dabei werden in das mit einem Schadstoffausbreitungsmodell berechnete Hintergrundfeld die gemessenen Werte der Messstationen integriert. Die mit diesem Verfahren erzeugten Karten geben die Immissionssituation in Deutschland sehr gut wieder.

Karten der Luftbelastung seit 2000

Hunderte von Messstationen von Ländern und Bund überwachen seit mehreren Jahrzehnten die in der Luft vorkommenden Schadstoffe. Das Umweltbundesamt zeigt die Entwicklung der Luftbelastung für PM10 , Ozon und Stickstoffdioxid (NO2) aufbereitet in Kartenform. Die Karten bilden die grobe Struktur der deutschlandweiten Luftbelastungssituation ab. Aufgrund des verwendeten Interpolationsverfahrens sollte keine kleinräumige Interpretation der Karten erfolgen.

Belastung durch Stickstoffdioxid

Ballungsräume und Städte sind im Vergleich zum Umland stärker von Luftschadstoffbelastungen betroffen, da die Emissionen in dicht besiedelten Gebieten erwartungsgemäß höher sind. Dabei ist die Belastung nicht im gesamten Gebiet einer Stadt einheitlich. Die höchsten Stickstoffdioxid (NO2) Konzentrationen werden nahe der Hauptemissionsquelle, an viel befahrenen Straßen, gemessen. Je nach Lage der Messstation werden verkehrsnah NO2-Jahresmittelwerte zwischen 30 und 60 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), vereinzelt sogar noch darüber gemessen. Mit zunehmender Entfernung zu verkehrsreichen Straßen verringert sich die NO2-Konzentration in der Luft. Da jedoch neben dem Verkehr weitere Stickstoffoxid-Quellen (z.B. aus dem ⁠verarbeitenden Gewerbe⁠ und Haushalten) über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, entsteht eine Grundbelastung über dem Stadtgebiet, die als städtische Hintergrundbelastung bezeichnet wird und als typisch für städtische Wohngebiete anzusehen ist. Hier liegen die NO2-Jahresmittelwerte im Bereich von 20 bis 30 µg/m³. Mit Jahresmittelwerten um 10 µg/m³ wird die deutlich niedrigere NO2-Belastung entfernt von Emissionsquellen in ländlichen Gebieten gemessen (siehe Abb. „Trend der Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte“). Seit 1995 ist in allen beschriebenen Belastungsregimen ein Rückgang erkennbar. An den Messstationen des Umweltbundesamtes, die weit entfernt von lokalen Schadstoffquellen liegen, um weiträumig und grenzüberschreitend transportierte Luftmassen zu untersuchen, werden NO2-Konzentrationen noch deutlich unter 10 µg/m³ gemessen (siehe Karten „Stickstoffdioxid (NO2) – Jahresmittelwerte“).

Quelle : https://www.umweltbundesamt.de

Foto : Repina Valeriya

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